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Alle Meldungen von der Stiftung Euronatur

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    An der A5 bei Lahr wurde in der vergangenen Woche der Kadaver eines großen Beutegreifers aufgefunden. Alle äußeren Anzeichen sprechen dafür, dass es sich bei dem überfahrenen Tier um einen jungen Wolf handelt.

    An der Autobahn A5 bei Lahr wurde in der vergangenen Woche der Kadaver eines großen Beutegreifers aufgefunden. Nach Ansicht von Wildbiologen der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg (FVA) sprechen alle äußeren Anzeichen dafür, dass es sich bei dem überfahrenen Tier um einen jungen Wolf handelt.

    Experten des auf Wölfe spezialisierten Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersuchen derzeit den Kadaver. Sollten die Laborergebnisse die Vermutung der Wildbiologen bestätigen, wäre dies der erste Nachweis eines Wolfes in Baden-Württemberg seit 150 Jahren. Während Naturschützer und Wolfsfreunde die ersten Wölfe im Schwarzwald seit Jahren mit Vorfreude und Spannung erwarten, genießen die grauen Jäger insbesondere bei Haltern von Nutztieren nur wenig Akzeptanz.

    Gemeinsam mit Fachleuten der Naturschutzverwaltung und Verbänden hat EuroNatur daher den „Handlungsleitfaden Wolf“ entwickelt. Sobald die ersten Wölfe in Baden-Württemberg auftauchen, regelt dieser Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Abläufe sowie die Überwachung der Wölfe. So können mögliche Konflikte bereits im Vorfeld entschärft werden. Ergänzt wird der Leitfaden durch den Ausgleichsfond Wolf, zu dessen Trägern unter anderem EuroNatur gehört. Viehhaltern kann durch den Ausgleichsfond schnell und unbürokratisch Ausgleich für von Wölfen verursachte Schäden gewährt werden.

    Lesen Sie den vollständigen Handlungsleitfaden Wolf (PDF 1,4 MB)

    Erfahren Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Wölfe

    Unterstützen Sie unsere Arbeit – werden Sie Wolf-Pate


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    Die Zukunft der europäischen EU-Naturschutzgesetzgebung liegt jetzt auch in Ihrer Hand! Die EU-Kommission führt derzeit eine Online-Umfrage zur Bedeutung der EU-Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie durch. Nehmen auch Sie daran Teil und signalisieren Sie, dass die beiden Richtlinien einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz in Europa leisten!

    Anfang des Jahres startete die Europäische Kommission  den sogenannten "Fitness-Check“. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beauftragte Umweltkommissar Karmenu Vella zu prüfen, welche Kosten und Hindernisse für die Wirtschaft die beiden Naturschutzrichtlinien verursachen und ob es sinnvoll ist, die Richtlinien zu verschmelzen. Nach Angaben der EU-Kommission geht es vornehmlich darum,  die Gesetzgebung an den "wissenschaftlichen Fortschritt" anzupassen. Frans Timmermans, der 1. Vizepräsident der EU-Kommission, bekräftigte bei der Green Week am 3. Juni in Brüssel, dass die Standards der Gesetzgebung nicht aufgeweicht werden sollen. EuroNatur geht aber davon aus, dass viele Lobbygruppen den derzeit laufenden Fitness-Check genau hierfür benutzen wollen.

    „Die Vogelschutz- und die FFH-Richtlinie der EU sind elementar für die Bewahrung der biologischen Vielfalt in Europa. Wo die beiden Richtlinien vollständig umgesetzt und ausreichend finanziert werden, sind sie eine Erfolgsgeschichte. Wir müssen daher dringend eine Absenkung der bestehenden Standards verhindern“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

    Die Online-Befragung der Öffentlichkeit zur Zukunft der EU-Naturschutzgesetzgebung läuft noch bis zu 24. Juli. Nach Auswertung der Ergebnisse wird die EU-Kommission Anfang 2016 entscheiden, was mit den beiden Richtlinien passieren soll. Nehmen auch Sie an der Umfrage der EU-Kommission teil und geben Sie Europas Natur Ihre Stimme!

    Um das Verfahren zu vereinfachen, haben die Naturschutzverbände BUND, NABU und WWF auf der Seite naturealert.eu eine Online-Hilfestellung veröffentlicht (Achtung: Hier wird nur der erste, nicht-fachliche Teil der EU-Fragen ausgefüllt!)

    Zum vereinfachten Umfrage-Verfahren

    Alternativ dazu können Sie auf der Seite der EU-Kommission den kompletten Fragebogen (einschließlich der Expertenfragen) ausfüllen

    Zum kompletten Fragebogen der Kommission


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    Jonathan Franzen ist ein begeisterter Vogelbeobachter und engagiert sich vorbildlich für den Vogelschutz in Europa. Am 14. Oktober wird EuroNatur Jonathan Franzen für dieses Engagement mit dem EuroNatur-Preis 2015 auszeichnen.

    Engagement gegen die Vogeljagd +++  Begeisterter Vogelbeobachter recherchierte am Tatort Adria

    Pressemitteilung vom 2. Juli 2015


    Radolfzell.  Im September wird der neue Roman „Unschuld“ des zurzeit bedeutendsten US-amerikanischen Autors Jonathan Franzen im Rowohlt Verlag erscheinen. Was nicht alle über das literarische Genie wissen: Jonathan Franzen ist ein begeisterter Vogelbeobachter und engagiert sich vorbildlich für den Vogelschutz in Europa. Am 14. Oktober wird die Naturschutzstiftung EuroNatur Jonathan Franzen für dieses Engagement mit dem EuroNatur-Preis 2015 auszeichnen. „Jonathan Franzen trägt wesentlich dazu bei, die starke Bedrohung der europäischen Wildvögel durch legale Jagd, Wilderei und Lebensraumverlust ins Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit zu rücken. Hervorzuheben sind seine zahlreichen Publikationen über die Vogeljagd, insbesondere in Südosteuropa und im Mittelmeerraum“, begründet EuroNatur-Präsidentin Christel Schroeder die Wahl des diesjährigen EuroNatur-Preisträgers.

    Jonathan Franzen war im März 2012 im Auftrag des Magazins National Geographic für eine umfangreiche Recherche zum Thema Vogeljagd unter anderem auf dem Balkan unterwegs. Er besuchte zwei Wochen lang alle wichtigen Rastgebiete entlang der östlichen Adriaküste – vom Karavasta Nationalpark in Albanien bis zum Neretva-Delta in Kroatien. Nach Schätzungen von EuroNatur fallen in dem schmalen Küstenstreifen entlang der östlichen Adria jedes Jahr mehrere Millionen Zugvögel der Vogeljagd zum Opfer. Jonathan Franzen sprach mit Jägern, beobachtete illegale Jagdpraktiken und beleuchtete die Hintergründe der Vogeljagd auf dem Balkan. Im Jahr 2013 waren  die alarmierenden Ergebnisse dieser Reise in seinem Beitrag „Letztes Lied für Zugvögel“ im Magazin National Geographic zu lesen. Darin zeigte er eindrücklich, wie die Vogeljagd an der östlichen Adria aufwändige Schutzprogramme in den Brutgebieten der Zugvögel konsequent zunichtemacht.

    Jonathan Franzen gilt als leidenschaftlicher Sammler von Vogelbeobachtungen. Weit über 1.000 Arten hatte er weltweit bereits vor dem Fernglas. „Ich habe in Europa genug Vogelbeobachtungstouren unternommen, um von den Vögeln der Alten Welt sehr angetan zu sein und ein persönliches Verantwortungsgefühl für sie zu empfinden“, so der künftige EuroNatur-Preisträger.


    Hintergrundinfos:

    • EuroNatur-Preis: Frühere Preisträger sind u.a. Prinz Charles, Michail Gorbatschow, Dr. Ernst Paul Dörfler, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Luc Hoffmann und Dr. Hans Bibelriether. Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz gewürdigt. Der EuroNatur-Preis 2015 wird am 14. Oktober  2015 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau an Jonathan Franzen verliehen.
    • Über Jonathan Franzen: Er ist der derzeit wohl bedeutendste US-amerikanische Autor. Seine Romane, allen voran „Freiheit“ und „Die Korrekturen“ sind weltberühmt. Im September 2015 wird sein neuer Roman „Unschuld“ im Rowohlt Verlag erscheinen. Jonathan Franzen ist ein Autor, der sich mit den zentralen Themen unserer Gegenwart tiefgreifend auseinandersetzt. Dazu gehören auch Umweltverschmutzung und Naturzerstörung sowie der Verlust der Artenvielfalt.  Im Vorfeld und nach der Verleihung des EuroNatur-Preises wird Jonathan Franzen auf Lesereise in Deutschland und in mehreren europäischen Städten unterwegs sein, um sein jüngstes Werk zu präsentieren.



    Rückfragen: EuroNatur, Konstanzer Straße 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 - 92 72 10, Fax: 07732 - 92 72 22, info@euronatur.org, www.euronatur.org, Pressekontakt: Katharina Grund, Ansprechpartner: Gabriel Schwaderer


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    In den Hochschwarzwald ist ein weiterer Luchs eingewandert. Das teilte Landesagrarminister Alexander Bonde am vergangenen Freitag mit. Bereits im April dieses Jahres wurde im Elztal ein Luchsmännchen nachgewiesen und mit einem Peilsender ausgestattet. Damit leben jetzt zwei Pinselohren in Baden-Württemberg.

    Ein Jäger hatte Im Kinzigtal in der Nähe von Hausach einen auffälligen Riss eines Rehs entdeckt und diesen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) gemeldet, die mit dem Luchsmonitoring im Land betraut ist. Als der Luchs in einer der folgenden Nächte zu dem Riss zurückkehrte, tappte er in eine zwischenzeitlich angebrachte Fotofalle. Luchse können durch ihre individuelle Fellzeichnung identifiziert werden. Ein Abgleich mit den zuständigen Luchsexperten in der Schweiz ergab, dass das Tier offensichtlich aus dem Schweizer Jura zugewandert ist.

    „Die Luchse haben nur dann eine realistische Chance sich langfristig im Schwarzwald zu etablieren, wenn wir eine breite Akzeptanz der Gesellschaft erreichen. Dafür gilt es, Konflikte mit den beteiligten Interessengruppen im Vorfeld zu vermeiden“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Als Mitglied der AG Luchs Baden-Württemberg hat EuroNatur konkrete Empfehlungen für ein effektives Luchsmanagement entwickelt. Zudem wirken wir durch politische Lobbyarbeit auf die Entwicklung eines Luchs-Aktionsplans für die Bundesrepublik und die einzelnen Bundesländer hin.

    Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Luchse

    Unterstützen Sie EuroNatur beim Schutz von Europas Luchsen - Werden Sie Luchs-Pate!


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    Nun ist es offiziell: Der Wolf ist seit 150 Jahren das erste Mal wieder in Baden-Württemberg aufgetaucht. Herzlich willkommen!

    Art braucht weiterhin strengen Schutz

     

    Pressemitteilung vom 6. Juli 2015

    Radolfzell am Bodensee.   „Der aktuelle Fall beweist es: Wölfe können überall in Deutschland auftauchen und es ist unverzichtbar, dass sich sämtliche Bundesländer zeitnah und ernsthaft auf das Auftauchen von Wölfen vorbereiten. Der Radius dieser faszinierenden Tiere ist sehr groß“, kommentiert Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur, das Auftauchen des ersten Wolfes nach über 150 Jahren in Baden-Württemberg. Die Naturschutzstiftung setzt sich unter anderem für den Schutz der Wölfe in Europa ein. 

    Die DNA-Analyse des Forschungsinstituts Senckenberg hat nun bestätigt, dass es sich bei dem überfahrenen Tier, das vorletzte Woche an der A5 bei Lahr gefunden wurde, um einen Wolf handelt.  „Es war nur eine Frage der Zeit, dass Isegrim auch in den Südwesten Deutschlands wieder einwandert. Wir begrüßen seine Rückkehr!“, so Gabriel Schwaderer. Nach Auffassung von EuroNatur gibt es aber noch erheblichen Handlungsbedarf, um den Wölfen die erfolgreiche Rückkehr zu ermöglichen. „Die Diskussion, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen ist ebenso verfehlt wie laufende Bestrebungen, den Schutz auf EU-Ebene abzuschwächen“, betont Gabriel Schwaderer. 

    Während Naturschützer und Wolfsfreunde den Wolf im Schwarzwald begrüßen, genießt der graue Jäger insbesondere bei Haltern von Nutztieren nur wenig Akzeptanz. EuroNatur hat gemeinsam mit Fachleuten der Naturschutzverwaltung und anderen Verbänden bereits im Dezember 2013 an der Erstellung des „Handlungsleitfadens für das Auftauchen einzelner Wölfe in Baden-Württemberg“ mitgewirkt und damit die Grundlage für ein effektives Wolfsmanagement in Baden-Württemberg gelegt. Dieser Leitfaden greift jetzt und regelt Zuständigkeiten, Kommunikationswege, Abläufe sowie das Monitoring einzelner Wölfe in Baden-Württemberg. Ziel ist es, mögliche Konflikte bereits im Vorfeld zu entschärfen.

    Der „Handlungsleitfaden Wolf“ wird durch den „Ausgleichsfond Wolf“ ergänzt, zu dessen Trägern EuroNatur gehört. Viehhaltern kann so schnell und unbürokratisch Ausgleich für von Wölfen verursachte Schäden an ihren Tieren gewährt werden.

     

    Hintergrundinformationen:

     Mehr über die Wolfsprojekte von EuroNatur 

    Rückfragen: EuroNatur, Konstanzer Str. 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 - 92 72 10, Fax: 07732 - 92 72 22, E-Mail: info@euronatur.org, Internet: www.euronatur.org, Ansprechpartner: Gabriel Schwaderer, Pressekontakt: Katharina Grund


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    EuroNatur hat die europäischen Institutionen und die griechische Regierung aufgefordert, in den anstehenden Verhandlungen neue, innovative Ansätze in die Diskussion einzubringen.


    Pressemitteilung vom 7. Juli 2015


    Radolfzell. Die Naturschutzstiftung EuroNatur hat die europäischen Institutionen und die griechische Regierung aufgefordert, in den anstehenden Verhandlungen neue, innovative Ansätze in die Diskussion einzubringen. Der naturschutzpolitische Direktor, Lutz Ribbe, erinnerte an das Beispiel Polen. Dem heutigen EU-Mitgliedsstaat wurde im Jahr 1992 von einigen Gläubigern ein Teil der Schulden offiziell erlassen. Im Gegenzug erhielt das Land die Auflage das Geld für die Finanzierung von Umweltschutzprojekten zu nutzen. Damit, sowie mit einer zusätzlichen steuerlichen Belastung von Umweltverschmutzungen, sind in Polen ökologische Erfolge erreicht und neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

    „Es ist bedauerlich, dass bisher niemand in den laufenden Debatten mit Griechenland die Wirtschafts- und Finanzfragen an die Umweltfragen gekoppelt hat. Dabei zeigen sowohl die Finanz- als auch die Umweltkrise eindeutige Parallelen. Beide resultieren aus einer Übernutzung von Ressourcen: auf der einen Seite der Ressource Finanzmittel, auf der anderen der Ressource Natur und Umwelt“, so Ribbe.


    Für Griechenland könnte beispielsweise ein Investitionsprogramm zur Förderung Erneuerbarer Energien sowie des Klima- und Naturschutzes aufgelegt werden. Die Potentiale im Bereich der  Solarenergie in Griechenland sind immens, nur ein winziger Bruchteil wird bisher genutzt. Mit einem entsprechenden Förderprogramm könnten in Griechenland die Investitionen getätigt werden, die notwendig sind, um lokal und regional neue Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig könnte damit auch die Importabhängigkeit Griechenlands von Energieimporten reduziert werden. Damit würde sich der Geldabfluss aus Griechenland, u.a. in die ölexportierenden Staaten, verringern. „Es muss im politischen Interesse sein, die Menschen in Griechenland in die Lage zu versetzen, ihren Strom- und Wärmebedarf aus Erneuerbaren Energiequellen selbst billiger zu produzieren. Die Technologien dafür existieren längst“, ist Ribbe überzeugt.

    In diesem Zusammenhang kritisierte EuroNatur den Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser hatte kürzlich eine Studie über die Subventionierung von Energieträgern vorgelegt. Hieraus geht hervor, dass weltweit enorme Subventionen in schmutzige Energieträger wie Öl und Kohle fließen. Der IWF schätzt diese global auf 5,3 Trillionen Dollar - das entspricht rund 13 Milliarden Euro pro Tag! In der EU sind es immerhin 330 Milliarden Euro jährlich. „Warum der IWF in seinen Reformvorschlägen für Griechenland nicht einmal ansatzweise die ökonomische an die ökologische Frage koppelt und innovative Umweltlösungen vorschlägt, die einen Beitrag zur Lösung der Probleme in Griechenland leisten könnten, bleibt wohl sein Geheimnis. Die Themen ökologische Innovation und Nachhaltigkeit sind bei den Wirtschafts- und Finanzpolitikern offenbar noch nicht angekommen“, sagt EuroNatur-Präsidentin Christel Schroeder.



    Rückfragen: EuroNatur, Konstanzer Str. 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 - 92 72 24, Fax: 07732 - 92 72 22, E-Mail: info@euronatur.org, Internet: www.euronatur.org, Ansprechpartner: Gabriel Schwaderer, Pressekontakt: Angie Rother


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    „Hier kann jeder Holz kaufen – nur der Preis muss stimmen!“ Die Aussage des rumänischen Waldarbeiters in der Sendung „Fokus Europa“ der Deutschen Welle spricht Bände. Woche für Woche werden in den rumänischen Karpaten Tausende Bäume illegal abgeholzt. Auch vor Nationalparken macht die Holzmafia nicht halt.

    In vielen Regionen der Karpaten sind die Folgen der zügellosen Rodung inzwischen unübersehbar. Wo einst ausgedehnten Mischwälder standen, dominieren jetzt kahle Bergkämme und erodierte Hänge das Bild. Die Behörden sehen dem Holzdiebstahl oft tatenlos zu. Um Rumäniens Wälder vor der Zerstörung zu retten, hat der rumänische Naturschützer Gabriel Paun die Organisation „Agent Green“ gegründet. Bei seinen Einsätzen riskiert er oft Leib und Leben, wie der Beitrag „Kahlschlag in den Karpaten“ der Sendung „Fokus Europa“ zeigt.

     

    „Die Entwicklung in Rumänien ist alarmierend. Einmalige Urwälder werden kurzfristigen Profitinteressen geopfert und die bisher ausgedehnten Lebensräume für Bären und Luchse werden immer kleiner. Es ist höchste Zeit, der zügellosen Zerstörung der Wälder Einhalt zu gebieten“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

     

    Sehen Sie den Beitrag „Kahlschlag in den Karpaten“ der Deutschen Welle

     

     

     

     


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    Gute Nachrichten für Flussliebhaber – die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ zeigt Wirkung! Im neuen EuroNatur-Magazin erfahren Sie mehr zur aktuellen Situation von Vjosa, Save und den geplanten Wasserkraftwerken im Mavrovo-Nationalpark.

    Zum aktuellen EuroNatur-Magazin



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    „Wir sollten die Turteltaube den italienischen Jägern zum Abschuss freigeben, um damit die Staatskasse zu füllen“, sagte der serbische Premierminister vor wenigen Tagen im Parlament und löste damit bei Naturschützern europaweit eine Welle der Empörung aus. Die serbische Naturschutzorganisation BPSSS hat jetzt eine Protestaktion ins Leben gerufen, die auch von EuroNatur unterstützt wird.

    Die Turteltaube ist nach Anhang II der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union streng geschützt. Als EU-Beitrittskandidat muss auch Serbien diese Richtlinie einhalten. Dennoch werden in dem Land jedes Jahr Tausende Turteltauben Opfer der Vogeljagd. Neben einheimischen Jägern nehmen auch italienische Jagdtouristen die streng geschützten Vögel ins Visier. Der Bestand der Turteltaube ist europaweit stark im Rückgang begriffen. Nach Untersuchungen des European Bird Census Council (EBCC) sind die europäischen Bestände der charismatischen Art seit 1980 um 77 Prozent eingebrochen. Einer der wesentlichen Gründe ist neben der Lebensraumzerstörung die illegale Jagd.  

    Die serbische EuroNatur-Partnerorganisation Bird Protection and Study Society of Serbia (BPSSS) hat eine Fotoaktion ins Leben gerufen, um ein starkes Signal für den Schutz der Turteltaube an die Politik zu schicken. Unter dem Motto „Ja brinem za grlice - a ti?“ (deutsch: „Ich habe ein Herz für Turteltauben – und du?“) zeigen Naturschützer und Vogelfreunde Flagge für den Schutz der Turteltaube.

    Zur Fotokampagne von BSPSS auf Facebook (serbisch)

    Die illegale Vogeljagd ist gerade auf dem Balkan ein großes Problem. Millionen von Zugvögeln fallen dort jedes Jahr Jägern zum Opfer. Gemeinsam mit seinen Partnern setzt sich EuroNatur dafür ein, die Vogeljagd auf dem Balkan einzudämmen und die Zugvögel in ihren Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten zu schützen.

    Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit zum Schutz der Zugvögel

    Unterstützen Sie uns beim Kampf gegen die Vogeljagd - werden Sie Zugvogel-Pate


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    Anlässlich der internationalen Umweltaktion BIG JUMP sind gestern europaweit Menschen für den Schutz europäischer Flüsse und Seen symbolisch ins Wasser gesprungen. Auch EuroNatur und seine Partner haben sich an der Aktion beteiligt, um ein Signal für den Schutz der Balkanflüsse zu senden. Diese sind durch eine wahre Staudamm-Flut bedroht.

    So sind allein an der Vjosa in Albanien sowie ihren Nebenflüssen insgesamt 27 Wasserkraftwerke geplant, fünf davon sind bereits im Bau. Gemeinsam mit der österreichischen Naturschutzorganisation RiverWatch und der albanischen NGO EcoAlbania setzt sich EuroNatur im Rahmen der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ dafür ein, die Wasserkraftprojekte zu stoppen und stattdessen den ersten europäischen Wildfluss-Nationalpark an der Vjosa zu schaffen. Für dieses Ziel machten sich auch die Teilnehmer der lokalen Flussbadetage (Big Jumps) in Albanien stark, welche EcoAlbania unter anderem in der Gemeinde Përmet an der Vjosa sowie an der Bënçë, einem Zufluss der Vjosa, organisierte.

    Weitere lokale Badetage für den Schutz der Balkanflüsse fanden unter anderem im slowenischen Tomlin statt. Dort sprangen rund 50 Teilnehmer in die Soča, einen der ursprünglichsten Bergwildflüsse Europas. Auch das EuroNatur-Team stürzte sich in Radolfzell am Bodensee ins kühle Nass, um auf den Schutz der bedrohten Flüsse der Balkanhalbinsel aufmerksam zu machen.


    Sehen Sie Impressionen der Aktionen in Albanien, Slowenien und Radolfzell auf Facebook


    Hintergrund Big Jump:
    Der Big Jump (auch: großer Europäischer Flussbadetag) ist eine Aktionsinitiative zum Schutz der europäischen Flüsse, die seit 2005 jedes Jahr Mitte Juli durchgeführt wird. Europaweit sind Menschen an diesem Tag aufgerufen, ins Wasser zu springen und zu baden. Ziel ist es, gemeinsam die Schönheit und den hohen Wert von Europas Flüssen zu feiern – und ein deutliches Zeichen für die Erhaltung lebendiger und sauberer Flüsse sowie für das Element Wasser generell zu setzen.


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    Am vergangenen Freitag kam in der EuroNatur-Geschäftsstelle in Radolfzell die europäische Sektion von Wetlands International zusammen. Gemeinsam schnürten die Mitglieder des Netzwerkes ein zweijähriges Maßnahmenpaket zum Schutz der Feuchtgebiete in Europa.

    Flussauen, Moore und Feuchtwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Und sie sind stark bedroht! Um sie zu schützen, kam am vergangenen Freitag die europäische Sektion von Wetlands International in der EuroNatur-Geschäftsstelle in Radolfzell zusammen. Gemeinsam schnürten die Mitglieder des Netzwerkes ein zweijähriges Maßnahmenpaket zum Schutz der Feuchtgebiete in Europa.

    Zwar haben die meisten europäischen Länder große Teile ihrer Feuchtgebiete im Rahmen des Ramsar-Übereinkommens unter Schutz gestellt. Dennoch schreitet der Verlust dieser wertvollen Ökosysteme seit Jahren nahezu ungebremst voran. So sind allein in dem schmalen Küstenstreifen entlang der östlichen Adria in den vergangenen 60 Jahren drei Viertel der Feuchtgebietsflächen zerstört worden. Diesen Trend umzukehren und Feuchtgebiete zu erhalten und wiederherzustellen, hat sich Wetlands International zum Ziel gesetzt. In der europäischen Sektion der weltweit tätigen Organisation setzen sich dafür neben EuroNatur sieben weitere Naturschutzverbände aus ganz Europa ein.


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    Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die Ergebnisse des aktuellen Wolfsmonitorings.

    Gemeinsame Presseinformation von EuroNatur und IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) vom 15. Juli 2015

     
    Hamburg/Radolfzell. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen und nahe der Grenze zu Deutschland weiter angestiegen. Das belegen die Ergebnisse des vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der Naturschutzstiftung EuroNatur finanzierten Wolfsmonitorings, das die polnische Naturschutzorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) durchführt und zu dem nun ein aktueller Bericht vorliegt.
     
    Die Wissenschaftler schätzten aufgrund ihrer Forschungen den Wolfsbestand zum Ende des Monitoring-Jahres 2014/15 westlich der Weichsel auf insgesamt 33 Rudel und vier Wolfspaare. Das sind zwei Rudel mehr als im Monitoringzeitraum davor. Seit 2013 sind insgesamt sieben Wolfsrudel hinzugekommen.

    Nach wie vor ist unklar, wie viele der fünf Territorien entlang der deutsch-polnischen Grenze sich sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite erstrecken. Der IFAW und Wolfswissenschaftler fordern daher weiter ein grenzübergreifendes und koordiniertes Monitoring, um Doppelzählungen von Rudeln zu vermeiden. Ein sich fortpflanzendes Rudel wurde im Koszalin Wald, 80 Kilometer östlich von Stettin, ein weiteres im Goleniów Wald, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Stettin und zwei Rudel im Rzepin Wald, 35 Kilometer östlich von Eisenhüttenstadt nachgewiesen. Zwei weitere Rudel leben etwa 30 Kilometer östlich von Eberswalde im Cedynia Wald.


    Inzwischen konnten Wissenschaftler dank genetischer Tests nachweisen, dass mehrere Wölfe von Deutschland nach Westpolen in die Niederschlesische Heide gewandert sind, um dort Rudel zu etablieren.


    „Die Ergebnisse dieses Wolf-Monitorings sind erfreulich“, so Robert Kless vom IFAW-Deutschland. „Sie zeigen, dass die Schutzmaßnahmen in Polen greifen. Positive Bestandsentwicklungen dort wirken sich auch immer günstig auf die Wölfe in Deutschland aus, da sie mit den westpolnischen Wölfen eine Population bilden.“


    Insgesamt konnten sich 2014/15 etwa 80 Prozent der Wolfsrudel in Westpolen erfolgreich fortpflanzen. „Dennoch gibt es weiterhin Gefahren für die Wölfe.“ so Kless weiter. „Sowohl Abschüsse als auch der Straßenverkehr kosten immer wieder Wölfe das Leben und gefährden den Bestand.“


    „In Westpolen ist die Wilderei ein großes Problem. Provoziert wird diese vor allem durch von Wölfen verursachte Schäden an Viehherden. Eine wesentliche Aufgabe ist deshalb die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Dass ein friedliches Zusammenleben von Wölfen und Menschen möglich ist, konnten wir anderenorts in Europa bereits erfolgreich zeigen“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.
     


    Hintergrundinformationen:

     

    Rückfragen: EuroNatur: Konstanzer Straße 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732-927210, Fax: 07732-9272 22, E-Mail: info@euronatur.org, Pressekontakt: Katharina Grund, Internet: www.euronatur.org; IFAW: Tel. 040-866 500 15, mobil: 0173-622 75 39, Email: adinkelmeyer@ifaw.org, Internet: www.ifaw.org, Pressekontakt: Andreas Dinkelmeyer


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    Noch bis zum 24. Juli führt die EU-Kommission eine Online-Umfrage zur Bedeutung der EU-Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie durch. Nehmen auch Sie daran Teil und geben Sie Europas Natur Ihre Stimme!

    „Die Vogelschutz- und die FFH-Richtlinie der EU sind elementar für die Bewahrung der biologischen Vielfalt in Europa. Wir müssen daher dringend eine Absenkung der bestehenden Standards verhindern“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Nehmen auch Sie an der Umfrage der EU-Kommission teil und und signalisieren Sie, dass die beiden Richtlinien einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz in Europa leisten!

     

    Um das Verfahren zu vereinfachen, haben die Naturschutzverbände BUND, NABU und WWF auf der Seite naturealert.eu eine Online-Hilfestellung veröffentlicht (Achtung: Hier wird nur der erste, nicht-fachliche Teil der EU-Fragen ausgefüllt!)

    Zum vereinfachten Umfrage-Verfahren


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  • 07/20/15--04:05: Wunderbare Naturwunder
  • Magisch tanzendes Polarlicht, ein wuscheliger Raupenvogel und eine Harfe spielende Fangschrecke: 433 Hobby- und Profi-Fotografen aus 36 Ländern haben sich für den diesjährigen Fotowettbewerb „Naturschätze Europas“ auf Motivjagd begeben und kleine und große Naturwunder in faszinierenden Bildern festgehalten.

    Hier geht es zu den Siegerfotos


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    Den Bau von zwei Wasserkraftwerken im Una Nationalpark in Bosnien-Herzegowina hat der Stadtrat von Bihac vorerst gestoppt. Die beiden geplanten Wasserkraftwerke Martin Brod und Dobrenia würden den Nationalpark-Status ad absurdum führen und einen der schönsten Flüsse im Save-Einzugsgebiet zerstören.

    EuroNatur hatte gegen die Genehmigung der Kraftwerke bei den zuständigen Ministerien und beim Stadtrat von Bihac entschieden protestiert. Mit Erfolg: der Stadtrat von Bihac hat seine erst am 15. Juli 2015 erteilte Genehmigung jetzt einstimmig zurück gezogen und damit auf den großen öffentlichen Druck reagiert.

    Im Rahmen der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ setzt sich EuroNatur gemeinsam mit RiverWatch für den Schutz der Balkanflüsse ein.






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    Der Countdown läuft: In 8 Wochen beginnen die „Balkan River Days“! EuroNatur und Riverwatch laden alle Flusschützer und -interessierte vom 25.-27.09. nach Belgrad ein, um gemeinsam Strategien zum Schutz der Balkanflüsse zu entwickeln.

    Der Countdown läuft: In 8 Wochen beginnen die „Balkan River Days“! Im Rahmen der Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas" laden EuroNatur und Riverwatch vom 25. bis 27. September 2015 Organisationen zum Schutz der Flüsse, Fischer und andere Flussinteressierte nach Belgrad ein, um gemeinsam Strategien zum Schutz der Balkanflüsse zu entwickeln.

    Nirgendwo sonst in Europa gibt es eine vergleichbare Vielzahl und Vielfalt natürlicher und unzerstörter Flusslandschaften wie auf dem Balkan. Doch nahezu alle Balkan-Flüsse sollen für die Wasserkraftnutzung ausgebaut werden. Mehr als 630 mittlere und größere Wasserkraftwerke mit einer Leistung von über einem Megawatt sind auf der Balkanhalbinsel geplant.

    Bitte helfen Sie uns und verbreiten Sie diese Einladung an alle Flussschützer und -liebhaber, die an der Veranstaltung interessiert sein könnten! Die Anmeldefrist läuft noch bis 31.08.2015. Die Teilnahme ist kostenlos.


    Einladung und Programm stehen hier zum Download bereit

    Mehr über die Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“


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  • 08/05/15--02:22: Bauwahn am Ohridsee stoppen
  • Der einzigartige Artenreichtum des Ohridsees im mazedonisch-albanischen Grenzgebiet droht dem massiven Bauboom in der Region zum Opfer zu fallen. Eine Allianz von mazedonischen Verbänden, darunter EuroNatur-Partner Front 21/42, hat eine Petition zur Rettung des Ohridsees gestartet. Unterschreiben auch Sie die Petition!

    Bereits in den vergangenen Jahren sind an den Ufern des Sees Hotels und Wohnhäuser wie Pilze aus dem Boden geschossen. Nun plant die Lokalregierung des mazedonischen Bezirks Ohrid, einen Großteil des Studenchishte-Sumpfes am Ufer des Ohridsees trockenzulegen und dort Hotels, Luxuswohnungen und einen Yachthafen zu errichten. Der Studenchishte-Sumpf ist einer der letzten natürlichen Filter für das Wasser des Sees. Wird er nicht erhalten, droht das empfindliche Ökosystem unwiderruflich aus dem Gleichgewicht zu geraten.


    Der Ohridsee ist ein wahrer Hotspot der Artenvielfalt. Rund 1.200 Tier- und Pflanzenarten finden hier einen idealen Lebensraum - darunter endemische Arten wie die Ohrid-Forelle, die nur dort vorkommen. Nicht umsonst ist der Ohridsee Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Prespa-Ohrid.

    Helfen Sie, die wertvollen Naturschätze des Ohridsees zu bewahren, und unterschreiben Sie die Petition der Verbände-Allianz.  


    Jetzt Petition unterschreiben

    EuroNatur-Projekte zum Schutz der Artenvielfalt in der Prespa-Ohrid-Region


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    Für weit mehr als zwei Millionen Zugvögel wird die östliche Adria jedes Jahr zur Todesfalle. In den Feuchtgebieten an der Küste und im Hinterland schießen Scharen von Vogeljägern auf alles, was fliegt. Besonders kritisch ist die Situation nach wie vor in Albanien.

    Tatort Adria – Vogeljagd auf dem Balkan



    Presseinformation vom 6. August 2015


    Radolfzell. Mit Mauersegler, Knäkente und Bekassine haben sich bereits die ersten Fernreisenden der Vogelwelt auf den Weg in südlichere Gefilde gemacht. Millionen von Zugvögeln ziehen auf der sogenannten Adria-Zugroute von Mittel-, Nord- und Osteuropa oder Sibirien über die Adria in Richtung Afrika. Doch viele Tiere kommen in ihren Winterquartieren nie an. „Für weit mehr als zwei Millionen Zugvögel wird die östliche Adria jedes Jahr zur Todesfalle. In den Feuchtgebieten an der Küste und im Hinterland sammeln sich Scharen von Vogeljägern und schießen auf alles, was fliegt. Damit drohen auch in Deutschland Arten wie die Moorente zu verschwinden, denn die Abschüsse auf dem Zugweg über die Balkanhalbinsel bluten ihre Bestände aus“, warnt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der europaweit tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur.


    Besonders kritisch ist die Situation nach wie vor in Albanien. Dass die albanische Regierung im vergangenen Frühjahr einen zweijährigen Jagdbann über das Land verhängt hat, gab Hoffnung auf eine Kehrtwende. Grund für den längst überfälligen Schritt war der massive Rückgang von Wildtieren in Albanien. Bislang ist der Frieden jedoch trügerisch, denn die Umsetzung des Jagdbanns wird viel zu wenig kontrolliert. „Wir fordern eine stärkere Überwachung und eine konsequente juristische Verfolgung von Rechtsverletzungen in den Ländern entlang der Adria-Zugroute, ganz besonders auch in Albanien. Nur so können wir die Zugvögel schützen“, sagt Gabriel Schwaderer. Wie wirksam und wichtig zuverlässige Kontrollen sind, zeigt sich im Naturpark Hutovo Blato im bosnischen Teil des Neretva-Deltas. Dort ist die Wilderei in den letzten beiden Jahren erstmals stark zurückgegangen. Der Grund ist offensichtlich: Dank der Unterstützung von EuroNatur gehen im Naturpark Hutovo Blato seit dem Sommer 2013 regelmäßig Ranger auf Patrouille. Sie arbeiten mit dem örtlichen Jagdverband und der Polizei zusammen, um die Einhaltung des Jagdverbots zu kontrollieren. In der unmittelbaren Folge hatte sich die Zahl der gefiederten Wintergäste auf dem Svitava-See bei der Internationalen Wasservogelzählung im Januar 2014 gegenüber dem Vorjahr verzehnfacht. Dieses Niveau wurde im Januar 2015 erneut erreicht. Das Beispiel Hutovo Blato zeigt eindrücklich: „Die Vögel erobern ein Gebiet schnell zurück, wenn es uns gelingt, die Wilderei zu stoppen“, sagt Gabriel Schwaderer.


    Hintergrundinformationen:



    Rückfragen: EuroNatur, Konstanzer Str. 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 - 92 72 10, Fax: 07732 - 92 72 22, E-Mail: info@euronatur.org, Internet: www.euronatur.org, Ansprechpartner: Stefan Ferger, Pressekontakt: Katharina Grund



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    Über 500.000 EU-Bürger haben an der Umfrage der EU-Kommission zur EU-Naturschutzgesetzgebung teilgenommen. 94 Prozent haben sich dabei gegen die Aufweichung des Naturschutzes in der EU ausgesprochen.

    Über eine halbe Millionen EU-Bürger haben an der Umfrage der Europäischen Kommission zur EU-Naturschutzgesetzgebung teilgenommen. 94 Prozent unterstützten dabei die von europäischen Natur- und Umweltschutzverbänden initiierte Kampagne NatureAlert. „Das Votum der EU-Bürger ist ein starkes Signal nach Brüssel und an die Mitgliedsstaaten der EU, an den Naturschutzrichtlinien nicht zu rütteln“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

    Seit Anfang des Jahres stehen die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie im Rahmen des sogenannten „Fitness-Checks“ auf dem Prüfstand. Damit will die Kommission nach eigener Aussage feststellen, ob die derzeit geltende EU-Gesetzgebung geeignet ist, die hohen Umwelt- und Naturschutzziele der EU zu erreichen. Naturschützer befürchten, dass viele Lobbygruppen den Prozess nutzen wollen, um bestehende Standards abzusenken.

    Von Ende April bis Ende Juli waren alle EU-Bürgerinnen und -Bürger aufgerufen, sich an einer öffentlichen Befragung zu den beiden Naturschutzrichtlinien zu beteiligen. Insgesamt 552.471 Beiträge gingen bei der EU-Kommission ein. Diese will die Ergebnisse der Konsultation im Herbst im Rahmen einer Konferenz zum Thema veröffentlichen.

    Pressemitteilung der EU-Kommission


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    Ein Forscherteam unter der Mitarbeit von Wolfram Graf, Assistenz-Professor an der Wiener Universität für Bodenkultur hat im mazedonischen Mavrovo Nationalpark drei bisher unbekannte aquatische Insektenarten entdeckt.

    Bislang unbekannte Köcher- und Steinfliegenarten im Mavrovo Nationalpark entdeckt. Arten durch Wasserkraftausbau bedroht.

     

    Gemeinsame Presseaussendung von Riverwatch und EuroNatur
     
     
    Radolfzell, Wien, 12.8.2015. Man muss nicht an den Amazonas reisen oder in die Tiefen der Meere abtauchen, um neue Arten zu entdecken. Es reicht der Balkan. Ein Forscherteam unter der Mitarbeit von Wolfram Graf, Assistenz-Professor an der Wiener Universität für Bodenkultur hat im mazedonischen Mavrovo Nationalpark drei bisher unbekannte aquatische Insektenarten entdeckt: die Köcherfliegenarten Drusus krpachi, Potamophylax lemezes sowie die Steinfliegenart Siphonoperla korab.  

    Über die genauen Lebensweisen dieser Arten ist noch nichts bekannt, doch prinzipiell verbringen Köcher- und Steinfliegen im Larvenstadium bis zu drei Jahre in Quellen, Bächen und Flüssen. Danach verwandeln sie sich in Fluginsekten, die innerhalb weniger Wochen wiederum Eier ins Wasser ablegen.

    Doch gerade entdeckt, droht diesen Arten schon das Aussterben. Denn die mazedonische Regierung plant den Bau von 22 Wasserkraftwerken im Mavrovo Nationalpark. Betroffen sind auch jene Bäche, in denen diese Arten leben. "Wasserkraftwerke, mit ihren Wasserableitungen und Aufstauungen, bedrohen diese äußerst kleinräumig verbreiteten und sensiblen Arten in ihrer Existenz", so Wolfram Graf.


    Dabei sind die drei Arten im Mavrovo Nationalpark kein Einzelfall. "Allein in den letzten 5 Jahren wurden auf dem Balkan etwa 15-20 Wasserinsekten neu beschrieben. Wir vermuten, dass noch weit mehr Arten unentdeckt sind. Die Gewässer des Balkans gehören ökologisch zu den wertvollsten und spannendsten Lebensräumen der Welt", so Wolfram Graf weiter.
    Doch diesem Zentrum der Artenvielfalt droht die Zerstörung. Viele der Arten könnten somit aussterben, noch bevor sie entdeckt worden sind. Zwischen Slowenien und Albanien sind mehr als 2.000 Wasserkraftwerke geplant, davon liegen mehr als 800 Projekte in Schutzgebieten.

    Der Balkanhalbinsel droht eine wahre Staudammflut. Um der Zerstörung entgegen zu wirken, haben EuroNatur und Riverwatch gemeinsam mit Partnern aus den Balkanländern die internationale Kampagne „Rettet das Blaue Herz Europas“ ins Leben gerufen.  Mehr Informationen unter: www.balkanrivers.net/de


    Hintergrundinfos:


    Ansprechpartner:

    Wolfram Graf - wolfram.graf@boku.ac.at  0043 01476545221
    Cornelia Wieser -  Riverwatch - cornelia.wieser@riverwatch.eu  0043 650  4544784
    Angie Rother - EuroNatur angie.rother@euronatur.org  0049 7732 9272 24



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